Apr 15 2008

Review: Pocket Wizard Plus II

Geschrieben von Jan um 7:28 pm in der Kategorie Hardware

Heute werde ich ein kleines Review zu dem „Pocket Wizard PLUS II” mit euch teilen. Der Pocket Wizard ist ein sehr unkompliziert zu bedienender Fernauslöser für Kameras sowie Blitzanlagen. Er arbeitet mit digital codierten Funksignalen, mit denen sich eine störungsfreie Funktion über Distanzen von bis zu 500m überbrücken lässt. Die 500m beziehen sich natürlich auf Sichtverbindung (LoS = Line of sight). Bei teilweise verdeckter (nLoS = near Line of sight), respektive komplett verdeckter Sichtverbindung (NLOS = Non Line of Sight) lassen sich immerhin noch Auslösungen in bis zu 100m realisieren. Das basiert auf meinen Erfahrungen der letzten Zeit, allerdings muss man dazu sagen das aller Wahrscheinlichkeit nach sehr viel RF von anderen Geräten in diesem Frequenzband in der Luft war. Ohne diese Interferenzen sollte eine Verbindung, selbst wenn keine Sichtverbindung besteht, durchaus größere Distanzen überstehen.

 

Es gibt im Prinzip zwei Einsatzgebiete für den Funkauslöser „Pocket Wizard”. Entweder verwendet man ihn um seine Blitze ohne furchtbar nervige Kabel auszulösen, oder aber man verwendet ihn um eine Kamera aus der Ferne auszulösen.

Beides ist ein Segen für Fotografen. Aber dazu später ein wenig mehr. Erst mal zu den technischen Rahmenparametern:

 

Reichweite:
bis zu 500m
Frequenz:
433MHz*

Kanäle:
4

Synchronzeiten:
bis zur 1/250 Sek. (Schlitzverschluss)
bis zur 1/500 Sek. (Zentralverschluss)

Bildfrequenz:
max. 12 Bilder/Sekunde

Anschlüsse:
Mittenkontakt
2x 3,5mm Klinke

Stromversorgung:
2x 1,5V Mignon (AA)

Gewicht:
110g

Abmessungen:
53mm x 101mm x 35mm (Breite x Höhe x Tiefe)
Antenne +60mm Höhe

 

Der Pocket Wizard hat sich zu einem quasi Standard in der Fotografie entwickelt. Es gibt mittlerweile auch einige andere Anbieter von Funkfernauslösern, aber keine konnte sich gegen den Marktführer durchsetzen.

 

Ich selber verwende die Pocket Wizards nur um eine Kamera aus der Ferne auszulösen. Generell findet diese Technik bei mir bei der Sportfotografie Verwendung, als Hintertorkamera beim Fußball oder auch beim Basketball als Unter- oder über Korbkamera. Aber auch auf Hochzeiten setze ich diese Technik ein um z.B. Bilder vom Altar aus während der Trauung zu machen. Also eine Ecke in der ich mich nicht aufhalten sollte wenn ich nicht Ärger mit dem Pfarrer haben will.

 

Für meine Blitzsysteme nutze ich andere Funksender/Empfänger der Marke Elinchrom Skyport. Der Grund ist schier und ergreifend das ich meistens 4-6 Blitze installiere (Nein, ich löse nicht alle pro Foto aus) und das Elinchrom System deutlich günstiger ist als die Pocket Wizards. Neben bei ist es auch noch kleiner und handlicher und von der Verlässlichkeit auf kurze Distanzen bis 50m vergleichbar mit den Pocket Wizards. (Ein Review sollte noch im April hier veröffentlicht werden)

Aber genug von Elinchrom, wir reden heute von den Pocket Wizards.

 

Die Haptik:

Der Pocket Wizard ist im Vergleich zu anderen System ein Riese. Mit 53mm x 101mm x 35mm (Breite x Höhe x Tiefe) kann das dem ein oder anderen schon störend vorkommen. Aber glaubt mir, auch daran gewöhnt man sich sehr schnell. Das Gehäuse fühlt sich allerdings nicht wirklich hochwertig an, es sieht so ein wenig nach einem Walky Talky für Kinder aus. Auch fühlt es sich ohne Batterien hohl und sehr leicht an. Ich frage mich eigentlich schon lange warum die Teile so Groß gebaut werden. Die Bedienelemente (Tasten und Schieber) fühlen sich allerdings sehr stabil und beinahe wie für die Ewigkeit gebaut an. Wenn die zwei AA Batterien eingelegt wurden, ist die Haptik schon gleich eine andere. Das Gerät wird schwerer und fühlt sich gleich hochwertiger an. Was zwei 5 Euro Akkus alles ausmachen. Die Antenne ist sehr weich und widerstandsfähig. Schade ist allerdings das man sie nicht abschrauben kann um den Transport zu vereinfachen.

 

Wie funktionierts:

Dazu kann ich gar nichts Negatives sagen. Die Pocket Wizards lösen selbst bei großer Entfernung und bei verdeckter Sicht höchst zuverlässig aus. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals eine „Fehlauslösung” hatte.

 

Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass jedes Gerät sowohl Sender als auch Empfänger sein kann. Das vereinfacht auf der Seite des Fotografen wenig bis gar nichts, außer das wenn ein Gerät kaputt geht man immer einen schnellen Ersatz hat. Aber es ist natürlich deutlich einfacher für den Hersteller wenn es um Reparatur und/oder Garantieabwicklung geht.

 

Wie bereits in der Einleitung beschrieben, nutze ich die Pocket Wizards zum Auslösen einer Hintertorkamera ein. Manchmal auch für einen einzelnen Stabblitz den ich meistens dabei habe. Das ist für mich dann aber ein netter Nebeneffekt und kein must-have. Auch beim Auslösen meiner Remote Camera habe ich bisher keinerlei Probleme feststellen können. Einziger Kritikpunkt ist allerdings das dem Fotografen nur vier Funkkanäle zur Verfügung stehen. Es kann also bei großen Veranstaltungen durchaus sein das ein anderer Fotograf die gleiche Frequenz verwendet. Das ist natürlich ungünstig und kann manchmal allerdings durch Absprachen gelöst werden. Es gibt allerdings den Pocket Wizard Multimax der mit deutlich mehr Kanälen ausgestattet ist und dieses Problem obsolet macht. Allerdings kostet das natürlich auch seinen Preis.

 

Um den Pocket Wizard als Hintertorkamera oder generell als Remote Camera nutzen zu können bedarf es ein sogenanntes Pre-Trigger Kabel. In der Regel ist das Original sündhaft teuer und ist natürlich zwingend erforderlich damit man die Kamera an den Pocket Wizard anschließen kann.

Es gibt natürlich auch Dritthersteller die einem ein solches Kabel verkaufen wollen. Einige kann man auch bedenkenlos empfehlen. Bei Drittherstellern ist allerdings oft kein Schalter um den Pre-Trigger Modus zu verlassen. Das bedeutet, dass die Kamera die ganze Zeit versucht zu Fokussieren. Was auch gut ist, da sie ansonsten nach einiger Zeit in den Standby Modus gehen würde. In dieser Situation in mitten einer Hochzeit zu sein wünsche ich keinem.

 

Das Original Kabel hat wie gesagt einen Schalter um diesen Modus auch mal verlassen zu können. Ist ganz nett, aber zumindest für mich nicht notwendig. Generell wird allerdings der Akku deutlich stärker beansprucht wenn man im Pre-Trigger Modus ist. Behaltet das mal im Hinterkopf, gerade wenn ihr euch noch nicht an die Pocket Wizards gewöhnt habt.

 

Mein Fazit:

Die Pocket Wizards sind absolut zu empfehlen und wer von euch schon mal mit billigen Funkauslösern zu kämpfen hatte wird wissen was ich meine. Allerdings darf man nicht verschweigen , dass auch ein gutes System ein paar Nachteile hat:

  • GrößeP
  • Preis
  • Nur vier Funkkanäle

 

Aber wenn wir mal ehrlich sind gibt es im Moment noch nicht die Eier legende Wollmilchsau und deshalb müssen wir einen Tot auf jedem Fall sterben.

 

Solltet ihr noch Fragen zu dem System haben, sprecht mich einfach an oder hinterlasst mir eine Nachricht.

 


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4 Kommentare bisher

4 Kommentare bisher to “Review: Pocket Wizard Plus II”

  1. [...] für Blitze und Kameras. Die Geräte die ich verwende heißen Pocket Wizard. Ihr findet auf meinem FotoBlog ein paar Bilder und ein Review des ganzen. Aber nun weiter. Ich habe gestern früh [...]

  2. [...] ihr in meinem Pocket Wizard Review wahrscheinlich schon gelesen habt, besitze ich neben den Wizards auch noch die Elinchrom Skyport [...]

  3. Thomason 25 Aug 2008 at 3:54 pm

    Hallo

    Klasse Bericht, danke dafür.

    Werden die PocketWizzards im Päärchen geliefert ? Oder muss ich zwei getrennt kaufen ?

    Mir ist der Unterschied zum MultiMax nicht richtig klar. Kannst Du da noch was zu sagen ? Wann setzt man den Multimax ein ?

    Gruss Thomas

  4. Janon 25 Aug 2008 at 4:28 pm

    Hallo Thomas,

    vielen dank für die blumen.

    ja, du musst jeden pocket wizard einzeln kaufen. die kommen üblicherweise nicht als paar.

    die vorteile respektive unterschiede zur multimax version aufzuführen wäre wirklich langwierig :-)
    der link zur multimax version http://www.pocketwizard.com/HTML/products.asp gibt dir alle notwendigen details.

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